TOP Ö 3.7: Intensivierung der Prävention von sexuellem Missbrauch

Nachtrag: 25.01.2006

Beschluss: Kenntnis genommen

Beschluss:

 

Zur Intensivierung der Prävention von sexuellem Missbrauch im Landkreis werden die im Folgenden dargestellten Maßnahmen umgesetzt:

 

1.      Der Landkreis erstellt einen kreisweit zu verteilenden Informations-Flyer, um noch einmal besonders für das Thema sexualisierte Gewalt an Kindern zu sensibilisieren. Die Adressen aller relevanten Beratungsstellen und Behörden werden darin aufgeführt.  Die kreisangehörigen Städte und Gemeinden werden gebeten, für eine kreisweite Verteilung in alle Haushalte Sorge zu tragen. Darüber hinaus wird der Flyer in ausreichender Anzahl an alle Schulen und Arztpraxen im Landkreis verteilt. Der Druck des Flyers erfolgt durch die hauseigene Druckerei.

 

2.      Schaffung einer Koordinierungsstelle für die Arbeit des Netzwerkes Prävention und Schutz bei der Fachberatungsstelle des Frauenhauses in Dieburg.

 

3.      Fortführung des unter der Federführung der Frauenbeauftragten an der Landrat-Gruber-Schule initiierten Modellprojektes „Fit für Prävention“. Für das Projekt werden 7.000,00 Euro bereit gestellt. Die Fördermittel für das Wirtschaftsjahr 2006 sind im Nachtragswirtschaftsplan zu etatisieren.

 

4.      Im Internet des Kreises wird ein Link eingerichtet, welcher unmittelbar auf die spezifischen Angebote der bereits genannten Beratungsstellen von Wildwasser, ProFa und DKSB verweist.

 

 

Der Kreisausschuss stellt weiterhin fest, dass es bereits vielfältige Aktivitäten im Bereich „Prävention von sexuellem Missbrauch“ gibt. Zu nennen sind hier insbesondere:

 

-         Die Projekt-CD des Jugendamtes „Gefahr erkannt“  mit lehrreichen, pädagogischen vermittelten Informationen zum Schutz vor sexuellem Missbrauch, die in Kooperation  mit dem Polizeipräsidium Südhessen und der Opferhilfe Südhessen e.V. erstellt wurde. Die CD wurde kostenlos an alle Grundschulen im Landkreis verteilt. Mit Hilfe der CD können die Übergriffe von Erwachsenen im Unterricht zum Thema gemacht werden.

 

-         Eine Internetberatung für Jugendliche „Sextra“ durch Pro Familia.

 

-         Ein spezielles Angebot  von Pro Familia für Jungen, das eine positive Jungenidentität fördert und das derzeit in Griesheim durchgeführt wird. 

 

-         Ein kostengünstiges Fortbildungsprogramm von Wildwasser Darmstadt, das sich zum Beispiel an Übungsleiter/innen aus Sportvereinen richtet und das auf den Landkreis ausgeweitet werden soll. Die Kosten sind durch die teilnehmenden Institutionen zu tragen. 

 

-      Die Broschüre „Hilfe für Frauen und Kinder“ nach Gewalttaten, die 2005 vom Frauenbüro in     Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Prävention und Schutz veröffentlicht wurde. Dort sind alle Fachstellen sowie weiterführenden Telefonnummern sowie Hinweise auf das Gewaltschutzgesetz und ein angemessenes Verhalten „Hinsehen, Handeln, Hilfe holen“ aufgeführt. Diese Broschüre wird stark nachgefragt und von allen Fachstellen im Landkreis, sowie dem Jugendamt  den Erziehungsberatungsstellen und dem Frauenbüro verteilt.

 

Durch die vorgenannten ergänzenden Aktivitäten wird ein Informations-Netzwerk geschaffen, das es allen Betroffenen und deren Angehörigen ermöglicht,  sich aus einem differenzierten Netzwerk von Helferinnen und Helfern Unterstützung zu holen und das ein möglicherweise vorhandenes Informationsdefizit ausgleicht.