TOP Ö 19: Hilfen bei sexuellem Missbrauch von Mädchen und Jungen
Gemeinsamer Antrag aller Fraktionen im Kreistag Darmstadt-Dieburg

Beschluss: ungeändert beschlossen

Beschluss:

 

Vorbemerkung:

 

„Alle Erwachsenen haben - ganz unabhängig von verwandtschaftlichen oder bekanntschaftlichen Beziehungen - die Verpflichtung zum Hinsehen und Einschreiten, um der Gewalt gegen Kinder und ihrer sexuellen Ausbeutung wirkungsvoll zu begegnen.“

(Auszug aus: www.polizei.propk.de/vorbeugung/sexualdelikte/sexueller_missbrauch/tipps_und_verhaltenshinweise/)

 

Der Kreistag möge beschließen:

 

Der Kreis Darmstadt-Dieburg führt in einer Sondersitzung des Ausschusses für Gleichstellung, Generationen und Soziales (GGSA) zum Thema

 

Sexueller Missbrauch von Mädchen und Jungen

 

ein Expertinnen- und Experten-Hearing durch.

 

Ziel dieser Veranstaltung ist es:

  • Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Mauer des Schweigens, die bei sexuellem Missbrauch von Mädchen und Jungen im direkten Umfeld bis hin zu den Eltern beobachtet wird, aufgebrochen werden kann;
  • über den Missbrauch von Jungen und die sich daraus ergebenden Belastungen zu informieren und Überlegungen anzustellen, wie Betroffene auch hier durch Hilfsangebote erreicht werden können;
  • wirksames, präventives Handeln von Beratungsstellen, Behörden/Ämtern (z.B. Jugendamt, Staatsanwaltschaft und Polizei) und deren effektive und notwendige Kooperation darzustellen sowie die gesetzlichen Möglichkeiten und Grenzen des Eingreifens aufzuzeigen;
  • über die Hintergründe und die besondere Dynamik bei sexualisierter Gewalt, unter Einbeziehung der Besonderheiten bei Gewalt gegen Jungen, und über die Verhaltensweisen von Opfern, aber auch von Täterinnen bzw. Tätern und dabei insbesondere über deren Vorgehen und Strategien aufzuklären;
  • darzustellen, wie bei Verdachtsmomenten zum Schutz der möglicherweise Betroffenen ein sensibler Umgang, z.B. auch mit Beschuldigungen bzw. Beschuldigten gewährleistet werden kann;
  • bereits bestehende Vernetzungen stärken sowie weitere Aktionen vorzuschlagen bzw. zu initiieren, die der Prävention sexualisierter Gewalt gegen Mädchen und Jungen dienen, wie z.B. kreisweite Aktionstage unter Beteiligung von Hilfs- und Beratungsorganisationen, Projektinitiativen an den Schulen des Kreises, ...

 

Das Expertinnen- und Experten-Hearing soll unter Beteiligung mindestens folgender Behörden/Ämter/Organisationen durchgeführt werden:

  • Staatsanwaltschaft und/oder Polizei
  • Kontakt-, Beratungs- oder Hilfsorganisationen (Wildwasser e.V., Kinderschutzbund, Pro Familia, ...)
  • Kreisjugendamt
  • Kreisfrauenbüro
  • Erziehungsberatung
  • ärztliche bzw. psychologische Beratungsstellen